Soundi, Finnland, Oktober 2007

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Tarja Turunen und der Wintersturm
Es ist ein Zufall, dass Tarja Turunen´s Soloalbum fast zur selben Zeit wie Nightwish´s erstes Album ohne Tarja veröffentlicht wurde. Sicher findet man in Tarja´s "My Winter Storm" Album auch Partien, die an Nightwish erinnern, aber es enthält auch neue Experimente. Und endlich gibt es die Möglichkeit klassische Einflüsse wirklich mit Hard Rock zu kombinieren.
"My Winter Storm" erinnert stark an Filmmusik und Tarja erklärt, dass sie bezüglich des Sounds ihres Albums auch speziell in der Filmwelt gesucht hat. Das Album wurde in Irland, Spanien, in der Schweiz, Deutschland und Finnland aufgenommen, aber den letzten Schliff hat es in den USA in einem Studio bekommen, das auf Filmmusik spezialisiert ist.
Tarja Turunen hat bereits vor einigen Jahren geplant, ein eigenes Album aufzunehmen, noch bevor Nightwish sich von ihr trennte. Tarja hatte eine klare Vorstellung davon, welche Art von Musik sie machen möchte. Doch es war schwierig ihre Ideen anderen Leuten zu erklären. Das wichtigste Element in der Musik ist der Sound.
"Alles basiert auf Filmmusik, die ich sehr liebe", sagt Tarja. "Was Filme anbelangt, sehe ich mir eigentlich alles an. Aber es geht hauptsächlich in die Richtung Fantasy, Horror und Thriller. Liebesfilme sehe ich mir nur sehr selten an. Ich bin zwar schon ein sinnlicher Mensch, aber ich muss mir das nicht unbedingt am Bildschirm ansehen.
Jedes Mal, wenn ich ins Kino gehe oder mir einen Film zu Hause ansehe, überkommt mich ein großartiges Gefühl, wenn ich mir die Musik darin anhöre. Auch wenn es nur ein Cello ist, das im Hintergrund spielt, funktioniert das schon. Ich habe mich oft gefragt, was das technische Geheimnis der Filmmusik ist. Ich habe eine große Sammlung an Soundtracks zu Hause. Als ich anfing zu sammeln, habe ich mir die Alben direkt aus Amerika bestellt. Wahrscheinlich habe ich mir während der letzten Jahre fast ausschließlich Filmmusik angehört. Und ich habe herausgefunden, dass die wirklich guten Soundtracks im Prinzip immer von denselben Leuten stammen. Ich fragte mich, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, mit diesen Leuten in Kontakt zu treten.
Als ich mit der Plattenfirma darüber sprach, waren sie erst erschrocken. Hilfe, wir haben also gar keine richtigen Songs. Im ersten Moment bekamen sie Panik, dass ich nur orchestrale Musik machen würde. Es war wirklich schwierig, ihnen meine Vorstellungen zu erklären. Ich wusste, dass ich auf jeden Fall einige wirklich harte Songs auf dem Album haben möchte, aber ich wollte auch die andere Seite und eine schöne, ruhige Atmosphäre erschaffen. Es war schwierig, zu erklären, wie man diese beiden Extreme auf einem Album ins Gleichgewicht bringen könnte. Zum Glück fand die Plattenfirma Daniel Presley als Produzenten für mich. Er versteht mich und meine Ideen.
Ich habe etwas gemacht, dass man als Mischung von Filmmusik, Nightwish und "Walking in the Air" bezeichnen könnte. Dieses Lied stammt von einem schönen Schneemann-Cartoon. Dieser Schneemann ist Tradition und ich habe mich wirklich geärgert als ich ihn einmal Weihnachten verpasst hatte. Es ist eine wunderschöne, ergreifende Geschichte.
Natürlich hat Nightwish einen eigenen Sound, der sich natürlich auch ständig weiterentwickelt. Aber trotzdem wird es immer der Nightwish-Sound bleiben. Sicher war es ein tolles Gefühl, nun frei zu sein und die Musik machen zu könne, die ich möchte. Aber andererseits war es auch eine große Herausforderung. Dieses Album wurde zu einem sehr reichen und farbigen Paket, das viele Bilder in mir aufsteigen lässt. Ich habe auch versucht, die Idee durchzusetzen, zur selben Zeit ein DVD Packet herauszubringen, das die Lieder illustriert. Aber das hätte noch viel mehr Zeit in Anspruch genommen.
Ich sehe Musik in erster Linie als Bilder und Geschichten. Es ist traurig, das nur wenige Künstler heutzutage die Fähigkeit besitzen, eine Geschichte durch ein Album zu erzählen. Obwohl "My Winter Storm" kein Konzeptalbum, habe ich doch versucht, die bildliche Seite und die Musik hervorzuheben. In einem Film sieht man die Bilder und hört die Musik, und in dieser Geschichte bin ich die Erzählerin, welche die Bilder durch ihre Stimme und die Texte zum Leben erweckt…"
Ein Chor von 74 Tarjas
Hinter "My Winter Storm" stehen einige erstklassige Leute. Der Produzent Daniel Presley hat z.B. für Faith No More und Jewel gearbeitet. Außerdem wurde an dem Album auch in Hans Zimmer´s Studios in Los Angeles gearbeitet. Gitarrist Alex Scholpp ist von den Farmer Boys bekannt und Bassist Doug Wimbish hat mit Living Colour, Madonna, Joe Satriani, den Rolling Stones und vielen anderen zusammengearbeitet. Auch Seal´s Drummer Earl Harvin ist mit von der Partie und hat bereits mit den Pet Shop Boys und Air gearbeitet. Keyboarder Torsten Stenzel ist auf Nelly Furtado´s, Moby´s und Tina Turner´s Alben zu hören.
"Hans Zimmer und die Leute in seinem Studio waren eine große Hilfe für mich", sagt Tarja. "Sie haben die Musik zu "Gladiator" und Johnny Depp´s Piratenfilmen geschrieben und es war ein sehr konstruktives Erlebnis, die Türen zu Zimmer´s Remote Control Studios geöffnet zu bekommen. Ich muss dafür sehr dankbar sein.
Ich weiß, dass dieses Album nur der Beginn meiner Karriere ist. Jetzt weiß ich wirklich, was ich tun muss, um meine Ziele zu erreichen. In Zimmer´s Studio habe ich endlich gesehen, was man alles machen kann. Wenn man drei Pro Tools zur gleichen Zeit geöffnet hat, hat man die Möglichkeit gleichzeitig an hunderten von Tracks zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass sie sich nach mehr als nur einer Ansammlung von Tönen anhören.
Im Lied "Lost Northern Star" hatten wir 74 Gesangsparts. Ich sagte, dass ich einen Song mit soviel Operngesang wie möglich haben wollte und wir verbrachten viel Zeit damit. Es war der totale Wahnsinn für mich, einen ganz Tag lang die verschiedenen Mischungen dieser Tracks anzuhören.
Es ist faszinierend wie Daniel Presley an diese Versuche ranging. Er ist übrigens mit Elvis verwandt. Fragt mich nicht, wie genau. Über tausend Ecken, aber trotzdem ist das schon beeindruckend. Daniel selbst hat Elvis aber nie getroffen.
Daniel kam ins Spiel, nachdem ich mit der Plattenfirma über meine Pläne gesprochen hatte. Ich sagte, dass ich Hilfe bräuchte und das alleine nicht schaffen würde. Es war ein wenig aufregend zu sehen, welche Art Mensch er ist und ob er nur seine eigenen Vorstellungen in dem Album verwirklicht sehen wollen würde. Da ich selbst schon eine klare Vision davon hatte, wäre es ungünstig gewesen jemanden zu haben, der mir gesagt hätte, dass wir es so nicht machen werden. Aber dann hat mich die Plattenfirma Daniel vorgestellt und er kam zu meinem Weihnachtskonzert in Helsinki letztes Jahr. Es war wirklich wichtig für mich, dass er dorthin kommt und hört, wie ich mich live anhöre.
Daniel ist ein Produzent, mit dem wir ständig innerhalb und außerhalb des Studios kommuniziert hatten. Es war Brainstorming von beiden Seiten und er hat immer erst nach der Meinung des Künstlers gefragt, bevor er etwas gemacht hat. Ich respektiere in deshalb sehr. Wir hatten auch ein paar heftige Diskussionen, weil es für ihn auch Neuland ist, mit dieser Art von Sound zu arbeiten.
Wir mussten uns auch immer wieder daran erinnern, es nicht zu groß werden zu lassen. Als die Band die Aufnahmen in Irland machte, sagte ich ihnen immer, dass sie so wenig wie möglich spielen sollten. Denn je weniger es ist, desto besser wird der Sound. Gelegentlich wollten wir immer mehr und mehr draufpacken, aber am Ende hatten wir dann eine Riesenmenge an Sounds, die sich zu einem chaotischen Mix vereinten.
Die Produktion des Albums begann Anfang Juni, als wir nach Irland reisten und uns kennen lernten. Es war eine aufregende Zeit. Die Aufnahmen waren aber schnell beendet, innerhalb von etwa drei Monaten. Die Plattenfirma hat dem Album auch einen interessanten Terminplan vorgelegt.
Ich hätte das Album gerne in Finnland aufgenommen, aber das war nicht möglich. Es wäre zu exotisch für die Musiker gewesen. Aber das Studio in Irland war ein absolut wundervoller Ort. Eine alte Farm mitten auf dem Land. Sie haben uns dort auch ganz schön gefüttert und wir haben während der Zeit dort alle zugenommen. Es war wirklich wohltuend ohne den Lärm der Stadt. Wir hatten dort unseren Frieden und gingen in den Feldern spazieren. Das war eine wirklich positive Zeit.
Wir haben den Gesang in Ibiza aufgenommen. Warum um alles in der Welt ausgerechnet in Ibiza! Mir wäre nie eingefallen dorthin zum Singen zu gehen, und auch sonst nicht. Auf der Insel gibt es viele Touristen und daran war ich überhaupt nicht interessiert. Wir waren zum ersten Mal mit den Komponisten dort. Wir hatten ein Team von Komponisten dort und haben uns ein Haus gemietet. Ich habe im Wohnzimmer zusammen mit dem Produzenten und dem Soundtechniker gesungen. Sie sind direkt neben mir gesessen und haben aufgenommen.
Unter Poison´s Gewalt
Alice Cooper´s alter Klassiker Poison wurde überraschenderweise als Coversong für "My Winter Storm" ausgewählt. Tarja selbst gibt zu, dass diese Idee seltsam war. Eine Frau, die Alice Cooper covert und gesteht, dass sie kein wirklicher Cooper-Fan ist. Alice Cooper´s größte Hits sind natürlich bekannt, aber ansonsten hat sich Tarja die Alben der Band zu Hause nie wirklich angehört.
"Ich bin eines Tages von Kuopio nach Helsinki gefahren und um mich wach zu halten, habe ich das Rockradio eingeschalten. Ich habe an diesem Tag Poison mindestens fünfmal gehört", erzählt Tarja.
"Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein. Und das passierte genau zu der Zeit, als ich mir Gedanken darüber machte, welcher Coversong für das Album in Frage käme, denn ich wollte einen machen. Ich hatte verschiedene Möglichkeiten, aber keine hat mir so wirklich gepasst. Dann kam dieser Song fünfmal im Radio und ich sagte mir…was soll´s, ich mach das einfach! Ich stellte die Idee der Plattenfirma vor und sie meinten, das sei die beste Idee seit Jahren.
Als wir anfingen an Poison in Irland zu arbeiten, dachte ich mir, dass wir so nah wie möglich an der ursprünglichen Atmosphäre festhalten sollten. Andererseits mussten wir von den 80igern wegkommen, damit der Song ins Album passt und ich ihn auch singen kann. Man musste viele Dinge bedenken. Die Band kämpfte ganz schön damit und entwickelte eine Art Hassliebe zu dem Song. Ich klatschte immer, wenn die Jungs versuchten Poison im Studio zu spielen und ermutigte sie dazu. Die Band beschwerte sich, dass sie diesen Song, verdammt noch mal hassen würden. Unser Gitarrist Alex hat ein Arrangement dafür gemacht. Es war wirklich schwierig, die ständigen Modulationen los zu werden. Der Originalsong hatte auch eine enorme Menge an Hintergrundgesang. Im Prinzip basiert der Song darauf. Es hört sich so an als würden hundert Sänger die Bühne betreten. Desmond Child hat da wirklich gute Arbeit geleistet!
Als ich den Song zum Mischen gab, habe ich gesagt, dass er wirklich unheimlich sein sollte. Der Anfang sollte so sein, dass die Leute zuerst nicht merken, dass es sich um Alice Cooper´s Poison handelt. Wir nahmen einen Teil des Hintergrundgesangs in Finnland auf. Mein Bruder, meine Freundin Tea und Daniel waren dabei. Wir haben uns dabei halb tot gelacht und nach diesem Tag waren wir ziemlich kaputt. Aber das Ergebnis war wirklich cool. Es bringt einen zum Lachen.
Jetzt da wir auf Tour gehen, wird Poison sicherlich eines der Hightlights des Abends sein. Aber wir müssen auch sehen, wie wir das alles auf der Bühne hinbekommen. Es ist alles andere als einfach, dieses Album live umzusetzen. Wenn 74 Tarjas auf dem Album im selben Lied singen, ist es ein wenig schwierig, das auch live hinzubekommen. Aber natürlich werden die Konzerte auf dem Album basieren. Und natürlich werde ich auch Nightwish Songs singen. Ich sehe keinen Grund, dies nicht zu tun. Es gibt einige Lieder aus der frühen Zeit von Nightwish, die ich gerne singen würde, jetzt da meine Stimme besser trainiert ist.
Zum Glück habe ich Doug und Alex bei den Gigs dabei. Unser Drummer Earl ist leider schon für eine Tour mit Air gebucht. Die Cellos werden von Max Lilja und Markus Hohti gespielt, mit denen ich schon bei klassischen Konzerten aufgetreten bin. Und mein kleiner Bruder Toni Turunen wird auch bei der Tour dabei sein. Er spielt Electric Drums, Keyboards und singt. Als Drummer haben wir Mike Terrana. Ich habe Mike angerufen und ihm gesagt, dass es nun soweit wäre, da er mir oft gesagt hat, er würde gerne mit mir auftreten, wenn ich ihn mal brauchen würde.
Ende des Jahres werden wir in Europa einige Konzerte in Clubs geben. Und wir werden auch in Finnland in der Sami Hyypiä Arena in Kuusankoski auftreten. Ich weiß nicht, ob dort schon jemals ein Rockkonzert stattgefunden hat. Wir gehen dorthin und stellen die ganze Stadt auf den Kopf! Das wird am 8. Dezember stattfinden. Im März-April nächstes Jahr gehen wir auf Welttournee. Das ist aber erst sehr grob geplant, aber mit einem entspannten Gefühl verbunden. Wir touren einige Wochen und dann gehen wir wieder einige Wochen nach Hause und ruhen uns aus.
Ich habe bemerkt, dass der straffe Tourenplan von Nightwish richtige schwarze Löcher hinterlassen hat. Ich kann mich nicht erinnern, bestimmte Orte besucht zu haben und erinnere mich nur an bestimmte Momente während der Konzerte. Das ist schrecklich, ich bin 30 Jahre alt und kann mich nicht mehr an mein Leben erinnern!
Das Glück des Tauchens
Im folgenden Jahr wird Tarja sich auf das Marketing und die Konzerte von "My Winter Storm" konzentrieren. Alles andere wird zu einem Minimum reduziert. Einige Projekte mit klassischer Musik wurden aber arrangiert und Tarja möchte an dieser Seite auch weiter arbeiten.
"Klassische Musik ist immer noch wichtig für mich", sagt Tarja. " Da ich das aber nicht ständig machen kann, kann ich bis heute nicht sagen, dass ich eine klassische Sängerin bin. Ich muss noch sehr an meiner Technik arbeiten. Wenn der Tag doch nur einmal kommen würde, wo ich sagen kann, dass ich ohne Probleme singen kann! Das wäre ein befreiendes Erlebnis. Aber das ist wohl ein Teil von mir. Ein konstruktiver und gesunder Teil. Ich habe bemerkt, dass es sehr erhebend ist, wenn ich von der Rockbühne wieder die klassische Bühne betrete, aber das ist nicht alles. Ich fühle mich als Künstlerin nicht vollständig, wenn ich nur klassische Musik machen würde.
Das Singen muss man täglich trainieren. Es ist wie Klavierspielen. Ich habe mal alle Etüden von Chopin beherrscht, aber jetzt wenn ich vor dem Klavier sitze, kann ich mich gerade mal so selbst begleiten.
Ich habe im Moment eine Gesangslehrerin in Buenos Aires und das ist immer eine sehr intensive Arbeit. Ich habe fast jeden zweiten Tag Stunden und es geht hauptsächlich darum, die Technik zu verbessern. Ich würde auch gerne einen Gesangslehrer in Finnland nehmen. Da ich nur zwei-,dreimal im Jahr in Buenos Aires bin, wäre es gut, auch hier jemanden zu haben.
Wenn ich nach Buenos Aires gehe, bleibe ich immer mindestens zwei Wochen, weil es so ein weiter Weg ist. Es ist nicht schön, dorthin zu gehen. Die Großstadt ist ein Chaos. Und es dauert eine Million mal länger als hier in Finnland, gewöhnliche Dinge zu erledigen. In Finnland haben wir unser Zuhause in Kuusankoski und das ist ein wirklicher Zufluchtsort. Jetzt mit diesem Album haben wir hauptsächlich in Hotels gelebt, aber das ist nur ein Teil des Lebens. Das Zuhause ist in Kuusankoski.
Mein Mann Marcelo hat sich wunderbar in Finnland eingewöhnt. Jedes Mal, wenn wir dort ankommen und es -25°C draußen hat, ist er der erste am Flughafen, der sagt: Wow, wundervoll. Ich meckere meistens über die Kälte, aber von ihm hört man da keine Beschwerden. Und wir bekommen jetzt auch eine Sauna in unserem Haus in Buenos Aires. Marcelo hat sich gut angepasst.
Wir haben mit dem Tauchen angefangen, auf der ganzen Welt, aber auch in den finnischen Seen. Diese Tauchausflüge sind zu einer Kraftquelle geworden, zu einer Möglichkeit, neue Energie zu tanken. Eine weitere Möglichkeit, den Geist frei zu bekommen ist an der Küste oder im Wald zu laufen. Es ist die Ruhe und der Frieden, man braucht das einfach.
Ich lese auch sehr viel. Paulo Coelho ist ein Schriftsteller, der dieses Album sehr inspiriert hat. Viele Dinge in seinen Büchern haben mir geholfen, das Leben und mich selbst besser zu verstehen. Es ist erstaunlich, dass ein einziger Schriftsteller eine solche Wirkung hat. Er schreibt über die Freiheit des Geistes und ein positives Gefühl auf mentaler und spiritueller Ebene. Während der letzten Jahre habe ich mir über diese Dinge immer mehr Gedanken gemacht.
Ein neuer Anfang
Tarja Turunen sagt, dass sie es verstehen kann, wenn sie über Nightwish gefragt wird. Sie war ein großer Teil von Nightwish und die Band war ein großer Teil von ihr. Und sie empfindet das Thema auch nicht mehr als schrecklich. Jetzt da sich der Trubel gelegt hat, kann sie sagen, dass sie stolz auf ihre Jahre mit Nightwish und ihrer Musik ist.
"Natürlich hat es mich mitgenommen, als die Zeitungen Geschichten darüber schrieben", gesteht Tarja.
"Ich hatte immer die feste Regel, nicht über mein Privatleben zu sprechen. Aber der Trubel wahr ziemlich groß. Besonders da es nicht nur mich betraf, sondern auch meine Familie und all die Leute, die mich schon jahrelang kennen.
Ich habe gehört, dass Nightwish´s neues Album ein Lied über mich und eines über meinen Mann beinhaltet. Das ist ein wenig verwirrend, aber ich habe immer gesagt, dass die Leute ihre eigenen Entscheidungen treffen und für ihr eigenes Leben verantwortlich sind. Ich bin jetzt ein glücklicher Mensch. Ich habe es geschafft, mich selbst in musikalischer Hinsicht zu überzeugen und zu zeigen, dass ich es kann. Das ist natürlich eine Quelle der Freude im Leben.
Aber fragt mich bloß nicht nach dem nächsten Album. Vielleicht toure ich jetzt für ein paar Jahre. Das Album wird in Europa, Australien, Neuseeland und Südamerika veröffentlicht. In America Anfang Januar. Es gibt viele Orte, die ich im Rahmen der Tour und der Promotion besuchen kann. Das wird sicher ein paar Jahre dauern, besonders wenn man es ruhig angehen möchte.
Ich habe das ganze Album erst vor ein paar Tagen gehört und ich glaube, dass es eine Basis für die Zukunft ist. Das ist eine erleichternde Erfahrung, aber natürlich hängt man sich an den Dingen auf, die man anders hätte machen können. So ist das eben. Ich war schon immer sehr kritisch mir selbst gegenüber, aber wenn es zuviel wird, lässt es einem keine musikalische Freiheit mehr. Ich erinnere mich daran, wie ich im Studio herumgehüpft bin mit Tränen in den Augen, weil ich so glücklich war als ich diesen Musikern zugehört habe. Ich möchte mich an diesen Moment erinnert und an dieses Gefühl, und nicht an diese kleinen Fehler. Dies ist ein guter Punkt um weiterzumachen. Wir befinden uns jetzt an der Schwelle zu etwas Neuem und Unbekannten. Das ist aufregend!
Scans by Afrodite