Als erstes wäre im Zusammenhang mit Kultur in Argentinien auf alle Fälle
der Tango zu nennen, der viel zur kulturellen Identität und dem Selbstverständnis
der Argentinier beiträgt. Beim Tango handelt sich um eine Kombination aus Tanz
und Lied, die einheimische, italienische, spanische und kubanische
Einflüsse verbindet. Er entstand im letzten Drittel
des 19. Jht in den Vororten (arrabales) von Buenos Aires, das bis
heute das Zentrum des Tango geblieben ist. Charakteristisch ist sein
Rhythmus, die freie Improvisation seiner Choreographie und sein
unverwechselbares Klangbild. Neben dem rein instrumentalen Tango gibt
es auch den gesungenen Tango (tango canción), dessen Texte sich
hauptsächlich um gescheiterte Liebesbeziehungen und die Probleme der
sozialen Unterschicht drehen. Der König des gesungenen Tangos war
Carlos Gardel mit der "Träne in der Kehle". Weitere bekannte Interpreten
sind Astor Piazolla und Osvaldo Pugliese.
Neben dem Tango wird das Musikbild auch durch die argentinische Folklore
geprägt. Das berühmteste Werk ist die von Ariel Ramírez verfasste
"Misa Criolla" (Eingeborenen-Messe), bei der den liturgischen Texten
eines lateinischen Messeaufbaues authenischer folkloristischer
Rhythmus untergelegt wird. Weitere bekannte Interpreten der
argentinischen Folklore sind Héctor Bohento Chavero (Atahualpa Yupanqui),
Jorge Cafrune und Mercedes Sosa.
Doch auch Klassik und Oper kommen in Argentinien nicht zu kurz. Das im
französischen Renaissance-Stil erbaute "Teatro Colón" wurde 1908
fertigegestellt und am 25. Mai 1908 mit deiner Aida - Aufführung eingeweiht.
Heute zählt es zu den bedeutensten Operhäusern der Welt und kann auf
eine lange Geschichte mit Auftritten berühmter Sänger wie Enrico
Caruso und Maria Callas zurückblicken.
Im Mittelpunkt der literarischen Bewegung die Mitte des 19. Jht entstand,
stand der "Gaucho" als schicksalhafte Verknüpfung des Argentiniers mit der
endlosen Weite der Pampa. Das Versepos "El Gaucho Martín Ferro" (1872)
von José Hernández wird oft als argentinisches Nationalepos bezeichnet
und ist das bedeutenste Werk lateinamerikanischer Literatur des 19. Jht
Anfang des 20. Jht stand die geistige Emanzipation von Mutterland Spanien
mit Autoren wie Leopoldo Lugones und Alfonsina Storni
im literarischen Mittelpunkt. Berühmte Autoren der neueren Zeit sind u.a.
Jorge Luis Borges, Julio Cortázar und Manuel Puig.
Spricht man von argentinischer Kultur darf eines ganz bestimmt nicht
fehlen: der Fußball, die Leidenschaft eines jeden Argentiniers.
1893 wurde der argentinische Fußballverband AFA gegründet und gehört
zu den ältesten Fußballverbänden der Welt. Bisher hat die
argentinische Nationalmannschaft 14x die südamerikanische Meisterschaft,
Copa Amérika, und 2x die Fußballweltmeisterschaft (1978 in Argentinien,
1986 in Mexiko)und nach 1986 dürfte auch jedem Fußball-Analphabeten der
Name Maradona ein Begriff sein.l-Analphabeten der
Name Maradona ein Begriff sein. Die beiden bekanntesten Fußballclubs
sind "River Plate" und "Boca Junior".