Die traditionelle finnische Musik besitzt zwei Haupttraditionen, die
Kalevala - Musik und die Pelimanni - Musik. Die wichtigste Ausdrucksform
der Kalevala - Musik ist der Runengesang, der die Helden der Kalevala wie
Väinämöinen besingt. Die Pelimanni - Musik ist die finnische Version der
skandinavischen Volkstanzmusik, in der Geige, Akkordeon, Harmonium und
Klarinette zum Einsatz kommen. Zu den traditionellen finnischen
Instrumenten gehört die Kantele, ein zitherähnliches Saiteninstrument.
In der Kalevala fertigt Väinämöinen die erste Kantele aus dem Kiefer
eines riesigen Hechts. Alle Tiere des Waldes kommen herbei und lauschen,
als er sie spielt.
Im 20. Jht entstanden weitere finnische Tanzmusikstile
wie Humppa und Jenkka.
Neben der folkloristischen Musik erfreute sich ab den 1930ern auch
der "Iskelmä" ("Schlager") wachsender Beliebtheit. Bekannte Interpreten
sind u.a. Eino Grön, Tapani Kansa und Jari Sillanpää.
Nicht zu vergessen sei hier auch der finnische Tango, der im Gegensatz
zum argentinischen häufig in Moll statt in Dur steht. Er kam 1913 von
Südamerika nach Finnland und wie auch in Argentinien nutzen die Finnen,
die damals noch unter der russischen Herrschaft litten,
den Tango um ihren Emotionen Ausdruck zu verleihen.
Die erste finnische Oper, "Kaarle-kuninkaan metsästys
(Die Jagd des König Karl)", wurde 1852 von Fredrik Pacius komponiert.
Von Pacius stammt auch die Musik zur finnische Nationalhymne "Maamme".
Ein weltberühmter finnischer Komponist ist Jean Sibelius, der 1899 die
"Finlandia" komponierte, welche eine wichtige Rolle im Kampf um die
Unabhängigkeit spielte.
1911 gründete Aino Ackté die Nationaloper und im folgenden Jahr ein Festival
in Savonlinna, aus dem sich in den 60iger Jahren des 20. Jht das Savonlinna
Opernfestival entwickelte.
Neben der vielfältigen klassischen Szene, ist das andere Extrem nicht
minder ausgeprägt: in Finnland erfreut sich besonders die Hardrock - Musik
äußerster Beliebtheit. Einige der bekanntesten Metal Bands kommen aus dem
Land im hohen Norden, darunter u.a. Nightwish, Sonata Arctica, HIM,
Waltari und Apocalyptica.
Die finnische Literatur beinhalten sowohl finnische als auch schwedische
Werke. Der früheste finnische Text ist die "Legende des Heiligen Heinrich"
(spätes 13. Jht); das erste Buch "Missale Aboense" wurde 1488 gedruckt.
Die ersten Texte in finnischer Sprache stammen von Mikael Agricola, der auch
als "Vater der finnischen Sprache" bezeichnet wird (16. Jht).
1835 schrieb Elias Lönnrot die "Kalevala", nachdem er auf mehreren Reisen
in Ostkarelien Volkdichtung und Gesänge aufzeichnete. Die Kalevala wurde
zum Nationalepos und bildet das Fundament finnischer Literatur.
Aleksis Kivi begründete mit seinem Roman "Seitsemän veljestä"
(Die sieben Brüder, 1870) die moderne finnischsprachige Literatur.
1939 erhielt Frans Eemil Sillanpää den Nobelpreis für Literatuelt Frans Eemil Sillanpää den Nobelpreis für Literatur. Seine
Romane beschrieben hauptsächlich die Natur seines Heimatlandes und
das Leben des finnischen Kleinbauerntums.
Im Zusammenhang mit finnischer Kultur muss natürlich auch die Sauna
erwähnt werden. Auf 5 Millionen Einwohner kommen in Finnland 2 Millionen
Saunen. Die Saune stellt dabei sowohl einen Ort zur physischen und
mentalen Entspannung, als auch einen Platz zur gesellschaftlichen
Zusammenkunft dar.
Abgehärtete Zeitgenossen pflegen im Winter nach einem Saunagang das
Eisschwimmen. Hier wird ein Loch in die Eisdecke geschlagen und man
nimmt in dem 1-4°C kalten Wasser ein Bad.