Die ehemalige Nightwish Sängerin Tarja Turunen hat mit der Veröffentlichung von My Winter Storm
ihre Solokarriere gestartet. Das Album wurde unter Aufsicht von Produzent Daniel Presley (Faith Nor More, Jewel)rund um den
Globus aufgenommen, darunter Irland, Spanien, die Schweiz, Deutschland, Finnland und die USA. In Finnland erreichte es noch
am Tag der Veröffentlichung Goldstatus und Spitzenpositionen in den Charts. Jetzt wurde das Album auch in Nordamerika veröffentlicht.
Ich unterhielt mich mit Tarja, während sie sich gerade eine Auszeit in Antigua gönnte.
Chad Bowar: Wie gefällt dir Antigua?
Tarja: Es ist ein schöner Ort, um Interviews zu geben. Die Sonne scheint, das Wasser ist warm, alles ist wunderbar.
Bist du aus Vergnügen oder zum Arbeiten hier?
Beides. ich habe schon mit der Arbeit an dem neuen Album begonnen, obwohl mein Debutalbum gerade erst in den USA erschienen ist.
Ich komponiere neue Songs. Andererseits kann ich hier auch tauchen, schnorcheln und Spaß haben.
My Winter Storm ist in Europa nun seit ein paar Monaten erhältlich. Wie war das Feedback dort?
Sehr gut. Ich bin sehr glücklich mit meinem Debutalbum, weil der gesamte Hintergrund nun vollständig anders ist als meiner
Zeit als Sängerin von Nightwish. Alle Leute, inklusive der Plattenfirma, sind anders. Es sind alles neue Leute für mich.
Das Feedback in Europa war großartig. ich bin sehr froh darüber. Wir erwarten eine Goldauszeichnung in Deutschland, und heute
habe ich die Neuigkeit erhalten, dass ich Gold in Russland bekommen habe. Das ist das erste Mal, dass ich Goldstatus in Russland
erreicht habe.
Wie sehen deine Erwartungen bezüglich Nordamerika aus?
Ich freue mich, dass ich dort eine richtige Veröffentlichung habe. Sogar mit Nightwish hat für viele Veröffentlichungen die Verbreitung
in Nordamerika nicht gut funktioniert. Ich bin froh, dass das Album durch Fontana und Universal gut vertrieben wird. Das ist
schon einmal ein guter Anfang und wir werden abwarten, wie es sich weiter entwickeln wird.
Wurde das Endresultat des Albums deiner musikalischen Vision gerecht?
Das Soundkonzept, dass ich mir dafür vorstellte, hatte Priorität in meiner Vorstellung wie ich das Album haben wollte. Und
dieses Soundkonzept ist gelungen. Es war schwer, es zu erreichen. Die gesamte Produktion des Albums lief ganz anders ab als ich
es von vergangenen Projekten gewohnt war. Es gab viel zu lernen, und ich kann stolz darauf sein. Ich habe aus meinen Fehlern
gelernt und weiß jetzt, was ich das nächste Mal anders machen muss, um Zeit, Energie und vielleicht auch Geld zu sparen. Aber
so ist das immer im Musikgeschäft. Ich war gespannt darauf, wie es sich für mich in der Musik entwickeln würde und ob die Leute
einen Platz für mich in ihren Herzen haben. Mir wurde klar, dass ich eine Künstlerin sein kann und auf Tour gehen kann. Es ist ein
großer Unterschied, ob man Solokünstlerin oder Sängerin in einer erfolgreichen Band ist.
Du bist letztes Jahr mit deiner neuen Band auf Tour gegangen. Wie ist es gelaufen?
Diese Tour war großartig. Ich war schon einige Jahr auf Tour und hatte viele schöne Erlebnisse. Aber diese Tour war wirklich
fantastisch. Meine Band besteht aus Session Musikern. Sie haben alle einen unterschiedlichen Hintergrund. Alles hat gut
funktioniert. Wir waren wie eine große Familie, die zusammen gereist ist und das war toll. Ich wurde ermutigt weiterhin live
zu spielen und dieses Jahr werden wir wieder auf Tour gehen. Im Mai werde ich in Europa touren, dann in Südamerika im Juli und
August. Mein Agent arbeitet im Moment daran danach eine Tour in den USA zu machen. Das wäre ein Traum für mich. Ich hoffe, bald zu
erfahren, ob es klappt.
Was hast du in der Zeit bis zum Tourbeginn im Mai vor?
Vorbereitungen für die Tour. Ich arbeite hart mit meiner Gesangslehrerin, um meine Kondition zurück zu erhalten. Ich
hatte 15 Jahre lange eine Ausbildung in klassischem Gesang. Ich arbeite auch an dem neuen Album.
Warum hast du dich dafür entschieden, für dein Album ein Cover von Alice Cooper´s "Poison" zu machen?
Es war sehr schwierig zu entscheiden, welchen Song ich als Cover nehme. Es gibt Millionen großartiger Künstler zur Auswahl.
I wollte einen Song finden, der in gewisser Weise zu der Geschichte passt, die hinter dem Album steht. Ich bin durch Finnland gefahren und
habe dabei Rock Radio gehört. Sie haben "Poison" vier oder fünf Mal gespielt. Ich stellte mir vor, was sich aus dem Song machen
könnte und hatte ein paar Ideen für Cello-Solos. Also habe ich ihn ausgewählt und er passt zum Album. Es ist ein toller Song.
Er weckt in mir Erinnerungen an meine Teenagerzeit.
"I Walk Alone" war die erste Singleauskopplung des Albums und du hast ein Video dafür gedreht. Hast du Spaß daran, Videos zu drehen?
Ich habe sehr viel Spaß dran. Ich liebe die Schauspielerei. Es hat Spaß gemacht, das Video zu "I Walk Alone" zu drehen und
mit den vier verschiedenen Charakteren darin zu spielen. Zusammen mit dem Regisseur haben wir die Geschichte ausgearbeitet. Es hat
sehr viel Spaß gemacht.
Planst du noch weitere Videos für dieses Album?
Ja, "Die Alive" wird als Single im März veröffentlicht werden. Sie ist noch dunkler als "I Walk Alone".
Interview by Chad Bowar
Source:
http://heavymetal.about.com